AUSMISTEN
Die 10 besten Methoden zum Ausmisten im Vergleich
Es gibt nicht die eine perfekte Lösung, nur die Methode, die zu deiner Zeit und deinem Typ passt.
Inhaltsverzeichnis
Es gibt nicht die eine beste Ausmisten-Methode: welche passt, hängt von deiner verfügbaren Zeit, der Größe des Bereichs und deinem Typ ab. Für einen schnellen Einstieg eignet sich die Korb-Methode (20 bis 30 Minuten), für einen gründlichen Neuanfang die KonMari-Methode, für dauerhafte Ordnung danach die 1-Rein-1-Raus-Regel. Dieser Guide vergleicht alle 10 gängigen Methoden direkt miteinander.
Ich habe in den letzten Jahren wirklich jede dieser Methoden mindestens einmal bei mir zu Hause ausprobiert, manche mit Begeisterung, manche mit einem „nie wieder”. Genau diese Erfahrungen fließen hier mit ein.
Welche Ausmisten-Methode passt zu dir?
Bevor du dich für eine Methode entscheidest, lohnt sich ein kurzer Check von drei Punkten:
- Wie viel Zeit hast du wirklich? Manche Methoden schaffst du an einem Samstagvormittag, andere brauchen bewusst mehrere Wochen.
- Wie groß ist der Bereich, den du angehst? Eine Schublade braucht eine andere Herangehensweise als eine komplette Wohnung.
- Bist du eher der spontane oder der strukturierte Typ? Wer klare Regeln und Kategorien mag, ist bei KonMari gut aufgehoben. Wer lieber Stück für Stück und ohne große Vorbereitung startet, kommt mit der Korb-Methode oder der 1-Rein-1-Raus-Regel oft schneller ins Tun.
Aus eigener Erfahrung
Kombinieren ist erlaubt. Der Einstieg gelingt fast immer über die Korb-Methode, um überhaupt ins Machen zu kommen, bei größeren Bereichen wie dem Kleiderschrank folgt dann der Wechsel zu einer strukturierteren Methode.
Die 10 Methoden im Detail
1. Die KonMari-Methode
Die von Marie Kondo entwickelte Methode arbeitet nach festen Kategorien wie Kleidung, Bücher, Papiere, Kleinkram und Erinnerungsstücke statt nach Räumen. Du sammelst innerhalb einer Kategorie wirklich alles an einem Ort, nimmst jedes Teil einzeln in die Hand und behältst nur, was dir noch etwas bedeutet.
Das Prinzip ist konsequent, aber auch aufwendig: Rechne für den kompletten Kleiderschrank realistisch mit einem ganzen Tag, nicht mit einer Stunde nebenbei.
Ehrliche Einschätzung
Beim Kleiderschrank hat diese Methode richtig gut funktioniert, bei Papieren und Dokumenten ist sie dagegen zweimal gescheitert, weil die Kategorie einfach zu unübersichtlich groß war, um sie an einem Stück zu bewältigen.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Checkliste und Zeitplanung für alle 5 Kategorien findest du in unserem eigenen KonMari-Guide.
2. Die 3-Kisten-Methode
Du nimmst dir drei Kisten oder Kartons: Behalten, Weggeben (verschenken, verkaufen, spenden) und Wegwerfen. Jeden Gegenstand, den du in die Hand nimmst, ordnest du sofort einer der drei Kisten zu, ohne lange zu zögern.
Das Prinzip eignet sich besonders gut für überschaubare Bereiche wie einen Kleider-, Küchen- oder Bastelschrank und lässt sich in 30 bis 60 Minuten pro Schrankfach umsetzen. Wer mag, ergänzt eine vierte Kiste „Vielleicht” für Dinge, bei denen die Entscheidung schwerfällt, die wird dann nach ein paar Wochen ungeöffnet noch einmal durchgesehen. Wer eine noch differenziertere Variante mit fünf statt drei Kategorien sucht, findet sie in der 5-Kisten-Methode.
3. Die Korb-Methode
Die vermutlich einfachste Einstiegsmethode: Du nimmst einen Wäschekorb oder eine Box und gehst damit durch deine Wohnung. Alles, was du siehst und nicht mehr brauchst, wandert direkt in den Korb, ohne großes Nachdenken.
Perfekt, wenn dir der Einstieg ins Ausmisten schwerfällt, weil sie sofort sichtbare Erfolge liefert und in 20 bis 30 Minuten erledigt ist.
4. Die Kartons-Methode (Umzugs-Simulation)
Du packst so, als würdest du umziehen: Alle Gegenstände eines Bereichs kommen beschriftet in Kartons. Für einen festgelegten Zeitraum, meist 4 Wochen, holst du dir nur das aus den Kartons, was du wirklich brauchst. Alles, was danach noch unberührt in den Kisten liegt, kommt weg.
Diese Methode zeigt sehr ehrlich, was du im Alltag tatsächlich nutzt, braucht aber Geduld und funktioniert am besten für einzelne Bereiche wie das Badezimmer oder einen Kleiderschrank, nicht für die ganze Wohnung auf einmal.
5. Raum-für-Raum-Prinzip
Statt nach Kategorien gehst du hier Zimmer für Zimmer vor: erst das Wohnzimmer, dann die Küche, dann das Schlafzimmer. Jeder Raum wird komplett fertig ausgemistet, bevor der nächste beginnt.
Diese Methode eignet sich besonders für größere Wohnungen oder Häuser, weil du dabei automatisch den Überblick behältst, welche Bereiche schon erledigt sind. Der Nachteil: Doppelte Gegenstände in verschiedenen Räumen, etwa Kugelschreiber in jedem Zimmer, fallen dir dabei weniger auf als bei der Kategorien-Methode.
6. Die Tabula-Rasa-Methode
Du räumst einen Bereich (eine Schublade, ein Regal, einen ganzen Schrank) komplett leer, reinigst ihn und legst nur die Dinge zurück, die du in den folgenden Wochen tatsächlich wieder herausholst und benutzt.
Ähnlich wie die Kartons-Methode, aber ohne das Verpacken. Du siehst die Gegenstände die ganze Zeit vor dir liegen. Das macht sie unbequemer im Alltag, aber auch ehrlicher: Du kannst dich schlechter selbst belügen, wenn der halbleere Schrank jeden Tag an dir vorbeischaut.
7. Die 5-S-Methode
Ursprünglich aus dem japanischen Produktivitäts-Management für Unternehmen, heute auch privat beliebt. Die 5 S stehen für Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren und Selbstdisziplin. Nach dem Aussortieren wird alles neu und logisch eingeräumt, gereinigt, und das Ergebnis wird bewusst festgehalten, zum Beispiel mit einem Foto im Schrank, damit du weißt, wie es aussehen soll.
Diese Methode ist weniger auf das reine Wegwerfen fokussiert und mehr auf das dauerhafte System danach. Gut geeignet, wenn dein eigentliches Problem nicht das Ausmisten selbst ist, sondern dass die Ordnung danach nie hält.
8. Eat-the-Frog-Methode
Der Name kommt aus dem Zeitmanagement: Du beginnst mit dem unangenehmsten, schwersten Teil zuerst, häufig ist das die Kiste mit Erinnerungsstücken. Ist der „Frosch geschluckt”, fühlt sich der Rest leichter an.
Alternative Variante für den entgegengesetzten Ansatz: Du startest bewusst mit den einfachsten Dingen wie abgelaufenen Medikamenten oder kaputten Gegenständen, um erst einmal Schwung zu holen. Beide Varianten funktionieren. Wichtig ist, dass du dich für eine Richtung entscheidest und nicht ständig zwischen leicht und schwer hin- und herspringst.
9. Die 1-Rein-1-Raus-Regel
Keine klassische Ausmisten-Aktion, sondern eine dauerhafte Routine: Für jeden neuen Gegenstand, den du kaufst, muss ein alter das Haus verlassen. Besonders bewährt bei Kleidung, funktioniert aber grundsätzlich für alle Anschaffungen.
Diese Regel verhindert neues Chaos, statt bestehendes aufzulösen. Deshalb funktioniert sie am besten in Kombination mit einer der anderen neun Methoden, nicht als alleiniger Ausmist-Ansatz.
10. Die 30-Tage- bzw. 465-Teile-Challenge
Eine spielerische, langfristig angelegte Methode über einen Monat: An Tag 1 sortierst du einen Gegenstand aus, an Tag 2 zwei, an Tag 3 drei, und so weiter bis Tag 30. Am Ende des Monats hast du auf diese Weise 465 Dinge losgeworden.
Gut geeignet, wenn du dich eher schwer motivieren kannst und kleine, tägliche Erfolge brauchst statt eines großen Kraftakts an einem Wochenende. Realistisch gesehen wird es gegen Ende des Monats an manchen Tagen etwas mühsam, wenn 25 oder 30 Dinge an einem Tag fällig sind, plane hier ruhig Reservetage ein.
Vergleichstabelle: Alle 10 Methoden auf einen Blick
| Methode | Zeitaufwand | Schwierigkeitsgrad | Am besten geeignet für |
|---|---|---|---|
| KonMari-Methode | Hoch (ganzer Tag pro Kategorie) | Mittel bis hoch | Kleiderschrank, klare Struktur |
| 3-Kisten-Methode | Niedrig (30-60 Min. pro Bereich) | Niedrig | Schränke, kleinere Aufräum-Einheiten |
| Korb-Methode | Sehr niedrig (20-30 Min.) | Sehr niedrig | Einstieg, wenig Motivation, kleine Wohnungen |
| Kartons-Methode | Mittel (über 4 Wochen) | Mittel | Einzelne Bereiche wie Bad oder Kleiderschrank |
| Raum-für-Raum-Prinzip | Hoch (mehrere Tage) | Mittel | Größere Wohnungen und Häuser |
| Tabula-Rasa-Methode | Mittel (über mehrere Wochen) | Mittel bis hoch | Schubladen, Regale, Geduldige |
| 5-S-Methode | Hoch (System + Umsetzung) | Hoch | Dauerhafte Ordnung statt einmaliges Ausmisten |
| Eat-the-Frog-Methode | Variabel | Hoch (emotional) | Erinnerungsstücke, emotional schwierige Dinge |
| 1-Rein-1-Raus-Regel | Sehr niedrig (laufend) | Niedrig | Dauerhafte Routine, Vorbeugung von neuem Chaos |
| 30-Tage-Challenge | Mittel (über einen Monat) | Niedrig bis mittel | Tägliche kleine Erfolge statt Kraftakt |
Wenn du überlegst, wie du die passende Methode mit einem konkreten Aufbewahrungssystem danach verbindest, findest du dazu mehr in unserem Guide zur Ordnung im Kleiderschrank.
Wohin mit dem Aussortierten? Konkrete Anlaufstellen in Deutschland
Egal welche Methode du wählst, am Ende bleibt die Frage, wohin mit den aussortierten Sachen. „Einfach spenden” ist zu vage, deshalb hier konkrete Anlaufstellen:
- Sozialkaufhäuser (z. B. Fairkauf, Fairstore) nehmen Kleidung, Hausrat, Bücher und teils Möbel entgegen, oft auch mit kostenlosem Abholservice für größere Mengen.
- DRK-Kleiderkammern vor Ort nehmen gut erhaltene Kleidung direkt an, eine Übersicht der Standorte findest du meist auf der Website des jeweiligen DRK-Kreisverbands.
- Oxfam Shops verkaufen gespendete Kleidung, Bücher und Haushaltsgegenstände zugunsten von Hilfsprojekten und nehmen Spenden in ihren Filialen entgegen.
- Kleinanzeigen eignet sich gut für Möbel, Elektronik oder größere Gegenstände, die noch einen Wert haben und die du lieber verkaufen als verschenken möchtest.
- FairWertung ist ein Dachverband seriöser, gemeinnütziger Altkleidersammler, über die Website lassen sich verlässliche Container-Standorte in deiner Nähe finden, ohne an unseriöse Sammlungen zu geraten.
Eine kleine, aber wichtige Faustregel dabei: Nur wirklich gut erhaltene Dinge abgeben, keinen Müll, ein kurzer Anruf vorab, was gerade gebraucht wird, spart allen Seiten Zeit. Eine ausführlichere Übersicht mit noch mehr Kategorien (Möbel, Elektrogeräte, Spielzeug) und der aktuellen Rechtslage findest du in unserem eigenen Guide Sachen spenden: Wohin mit alten Sachen in Deutschland?.
Für Aufbewahrungsboxen, mit denen du das aussortierte „Behalten”-Material anschließend ordentlich unterbringst, eignen sich einfache Stapelboxen aus Kunststoff oder robuste Kartons mit Deckel, wichtig ist vor allem, dass du sie beschriftest, damit die neue Ordnung auch hält.
Fazit: welche Methode ist die richtige für dich?
Wenn du wenig Zeit hast und schnell ins Machen kommen willst, starte mit der Korb- oder 3-Kisten-Methode. Für einen gründlichen Neuanfang mit klarer Struktur ist KonMari die richtige Wahl. Und wenn dein eigentliches Problem eher die dauerhafte Ordnung danach ist, lohnt sich ein Blick auf die minimalistischen Gewohnheiten oder die 1-Rein-1-Raus-Regel als Ergänzung.
Am wichtigsten: Fang einfach mit irgendeiner Methode an einer kleinen Stelle an. Die perfekte Vorbereitung gibt es beim Ausmisten ohnehin nicht.
Danke fürs Lesen! Lisa ♡
Häufige Fragen
Welche Ausmisten-Methode ist am effektivsten?
Es gibt keine pauschal 'beste' Methode, die Korb-Methode ist am schnellsten für den Einstieg, KonMari am gründlichsten für einen kompletten Neuanfang. Am effektivsten ist meist die Methode, die zu deiner Zeit und deinem Typ passt und die du auch wirklich durchhältst.
Wie fange ich am besten mit dem Ausmisten an?
Am einfachsten mit einem kleinen, überschaubaren Bereich, einer Schublade oder einem Regalfach, und der Korb- oder 3-Kisten-Methode. Kleine, schnelle Erfolge motivieren erfahrungsgemäß mehr als der Versuch, gleich die ganze Wohnung anzugehen.
Wie gehe ich mit emotionalen Gegenständen beim Ausmisten um?
Am besten sammelst du emotionale Dinge wie Erinnerungsstücke, Geschenke oder alte Fotos separat in einer eigenen Kiste, statt sie zwischen den anderen Kategorien einzeln zu entscheiden. So triffst du diese schwierigeren Entscheidungen gebündelt und mit etwas Abstand.
Wo kann ich aussortierte Sachen spenden?
Sozialkaufhäuser, DRK-Kleiderkammern, Oxfam Shops und die Container seriöser Sammler über FairWertung sind verlässliche Anlaufstellen. Für Dinge mit noch höherem Wiederverkaufswert eignet sich Kleinanzeigen.
Wie oft sollte man ausmisten?
Eine einmalige große Aktion reicht selten dauerhaft. Realistischer ist eine kleine Ausmist-Routine alle paar Monate, kombiniert mit der 1-Rein-1-Raus-Regel im Alltag.






